Best Practice: Erfahrungsberichte von Patienten

Patienteninformationen im Internet werden für die qualitativen und ökonomischen Herausforderungen unserer Gesundheitssysteme immer wichtiger: Sie helfen den Patienten, kompetent und selbstverantwortlich zum Therapieerfolg beizutragen und sind somit ein Instrument, um die Adhärenz zu verbessern (Artikel zur Adhärenz von Dr. Susanne Rödel).
Neben den medizinischen Grundlagen sind insbesondere Erfahrungsberichte anderer Betroffener bei den Patienten sehr beliebt. Sie helfen den Erkrankten, die “Innenseite” des Lebens mit einer Krankheit zu verstehen, geben Orientierung und Halt durch emotionale Erfahrungen und bieten Anregungen und Hilfestellungen, wie man sein Leben therapieunterstützend anpassen kann. Ein Problem bei Erfahrungsberichten ist mitunter die fragliche inhaltliche Qualität. Unser heutiges Best-Practice-Beispiel www.krankheitserfahrungen.de kommt von der Universität Freiburg und der Universitätsmedizin Göttingen und löst genau dieses Dilemma von Erfahrungsberichten.

Nach dem Vorbild von www.healthtalkonline.org und www.youthhealthtalk.org erzählen hier Menschen von ihren persönlichen Erfahrungen mit einer Erkrankung oder einem Gesundheitsproblem. Großer Vorteil im Vergleich zu anderen Erfahrungsberichten ist, dass Ärzte die Erfahrungen sammeln und auswerten und somit die Qualität der Inhalte sichern.

Besonders gelungen finden wir die zwei Zugänge zum Wissen:

1. Zugang über eine Person
Besonders benutzerfreundlich ist die Aufsplittung der Videos je Person. So muss sich jeder Besucher nicht den kompletten Erfahrungsbericht ansehen, sondern kann gezielt seine Themen auswählen.
2. Zugang über die Themen
Wenn sich ein Besucher nur für ein gezieltes Thema interessiert und dazu alle Erfahrungsberichte sehen möchte, kann er den themenorientierten Zugang wählen.
Fazit: Nach unserer Meinung ist www.krankheitserfahrungen.de ein Modell für die Zukunft, das

  • die Information und Schulung von Patienten mithilfe von Erfahrungswissen unterstützt,
  • durch Ärzte qualitativ gesichert wird und
  • Patienten in einer optimal konsumierbaren Form angeboten wird.

Websites wie diese werden unser Gesundheitssystem dabei unterstützen, den qualitativen und ökonomischen Ansprüchen besser gerecht zu werden.

  1. am 27.01.17 um 07:21

    ich leite in einer Reha-Klinik eine Schmerzgruppe (1 x wöchentlich/3 Wochen) mit chronischen Schmerzpatienten (stationär und ambulant). Der Austausch mit Mitpatienten und die Konzentration auf das was funktioniert – weg vom Schmerz – ist ein wichtiger Bestandteil dieser Gruppentherapie.

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