Kurz erklärt: QR-Codes und wie man sie sinnvoll einsetzt

Was sind QR-Codes?

QR-Codes gibt es seit etwa 20 Jahren. Sie wurden ursprünglich in der Autoindustrie entwickelt und haben vor einigen Jahren – dank der zunehmenden Verbreitung von Smartphones als QR-Code-Leser – den Sprung ins Consumer-Marketing geschafft.

Im Vergleich zu Standard-Strichcodes können QR-Codes wesentlich mehr Informationen enthalten und werden häufig benutzt, um Web-Adressen zu codieren (der QR-Code oben enthält unsere Web-Adresse www.digitaleshealthcaremarketing.de). Da der QR-Code-Standard Open Source ist, kann jeder QR-Codes selbst herstellen und kostenlos verwenden, zum Beispiel über Websites wie http://goqr.me/

Warum werden QR-Codes benutzt?

Vereinfacht gesagt machen QR-Codes das Abtippen langer Web-Adressen auf dem Smartphone überflüssig: Man zückt das Gerät, öffnet eine QR-Code-Lese-App (von denen es in den iOS- und Android-App-Stores Hunderte gibt) und scannt den Code. Dann sollten sich automatisch die gewünschte Website, ein YouTube-Video, eine Telefonnummer oder andere Inhalte öffnen.

Die Motivation von QR-Code-Nutzern wird (noch) von spielerischer Neugierde dominiert (viele wollen einfach mal wissen, was QR-Codes sind und was dahinter steckt) und durch die Jagd auf digitale Schnäppchen oder exklusive Inhalte (siehe 1, 2, 3).

Für Marketing-Verantwortliche sind QR-Codes interessant, weil sie die Möglichkeit bieten, physische Werbeträger mit digitalen Kanälen zu Verknüpfen und somit messbar zu machen. Während man in der Vergangenheit nicht wusste, ob ein Kongressposter bei Ärzten wahrgenommen wurde, könnte man dies heute durch den Abdruck eines QR-Codes (der z.B. zu einer digitalen Version des Posters führen könnte) messen.

Tipps für den QR-Code-Einsatz

Es gibt also einige Möglichkeiten, wie man QR-Codes mit Mehrwert einsetzen kann und die Neugierde, die QR-Codes (noch) hervorrufen, richtig nutzt. Dabei sollte man einige typische Fehler unbedingt vermeiden. Wir empfehlen daher folgende Regeln zu beachten:

  • Wählen Sie den richtigen Ort
    QR-Codes sollten nur an Orten eingesetzt werden, wo die Nutzer ihr Smartphone dabei haben, eine Netzverbindung besteht und Zeit haben, den Code zu scannen. Ideale Orte für einen QR-Code sind daher beispielsweise Kongresse (z. B. auf Plakaten) oder Wartezimmer (z. B. in Broschüren oder auf Postern). Auch der Abdruck in Arzt- oder Patienten-Magazinen ist sinnvoll, da diese in der Regel in der Praxis oder zu Hause konsumiert werden.
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Abbildung 1: Verweis auf weitere Informationen auf der Website msundich.de zum Spezialthema in der MS-Patientenzeitschrift Extralife von Novartis (Die Extralife wird regelmäßig von der Agentur promedici für Novartis MS erstellt. Wir betreuen die digitalen Aktivitäten wie die Website msundich.de.)

  • Sagen Sie den Nutzern, was Sie tun sollen
    Studien aus den USA (1, 2) zeigen, dass viele Leute nicht wissen, für was QR-Codes eigentlich gut sind. „Der Spiegel“ schreibt deshalb unter jeden abgedruckten QR-Code wie man ihn benutzt und – vielleicht noch wichtiger – was man davon hat: „Video (…) Für Smartphone Besitzer: Bildcode scannen, etwa mit der App ScanLife“. Daran sollten Sie sich ein Beispiel nehmen.

  • Bieten Sie einen Anreiz für den Scan
    Das Scannen eines QR-Codes erfordert einen gewissen Aufwand, für den es eine angemessene Belohnung geben muss, ähnlich wie bei einem Rubbelbildchen. Dies kann im Fall von QR-Codes zum Beispiel exklusiver Content sein, der nur über den QR-Code abrufbar ist (z. B. ein Video zu einem Artikel in ihrem Patientenmagazin). Oder ein „Deal“, den der Nutzer nur über das Scannen des QR-Codes bekommt. Sie könnten beispielsweise Ihre Ärzte-App über einen QR-Code zum halben Preis anbieten.
  • Bieten Sie mobiloptimierte Inhalte
    Im Normalfall sollten Sie mobiloptimierte Inhalte für QR-Code-Nutzer anbieten, das heißt es muss eine Mobile Website hinterlegt sein, die einfach mit dem Finger zu bedienen und schnell zu konsumieren ist.
    Das Hinterlegen von „normalen“ Web-Inhalten ist aus unserer Sicht nur vertretbar, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Nutzer ein Tablet mit ausreichender Bildschirmauflösung zum Scannen des QR-Codes einsetzt, etwa zu Hause beim Lesen eines Magazinartikels.
  • Vergessen Sie das Tracking nicht
    Und schließlich sollten Sie – wie jede andere digitale Marketingmaßnahme – den Erfolg von QR-Codes messen. So können Sie beispielsweise in die Web-Adresse, die in ihrem QR-Code steckt, einen Parameter integrieren, der ihrem Websitestatistiktool verrät, dass der Besucher über den QR-Code auf die Website kam.

Wohin soll das alles führen?

Es gibt QR-Code-Befürworter, die meinen, dass es möglicherweise bald keine klassischen Webadressen (URLs) sondern nur noch „QRLs“ geben wird. Genauso gibt es aber auch viele Skeptiker, denen QR-Codes zu kompliziert sind: im Grunde „ersetzen Sie nur die umständliche Handhabung des Tippens auf dem Smartphone mit einer weiteren umständlichen Handhabung des QR-Code-Scannens“ (1).

Solange es keine besseren Alternativen zu QR-Codes gibt (es gibt einige, aber die sind bislang erfolglos), werden uns QR-Codes auf jeden Fall noch eine Weile erhalten bleiben. An eine wirklich große Verbreitung glaube ich aber erst, wenn das Lesen von QR-Codes in die Smartphone-Kameras integriert wird und das lästige Starten von Lese-Apps entfällt. Außerdem wird der weitere Ausbau von Bandbreiten und die zunehmende Verbreitung von Smartphones ihr übriges tun, um die Zahl der QR-Code-Nutzer weiter steigen zu lassen.

Es bleibt abzuwarten, ob der Neuigkeits-Faktor mit der Zeit seine Wirkung verliert. Einzelne Quellen berichten, dass eine Mehrheit der Smartphone-Nutzer QR-Codes nur einmal ausprobiert und dann nie wieder benutzt. Offensichtlich wurden diese Nutzer vom QR-Code-Erlebnis enttäuscht. Ich hoffe, dieser Artikel leistet seinen Beitrag, dass ihre und unsere Nutzer von QR-Codes begeistert und nicht enttäuscht sind.

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  1. am 12.01.16 um 15:15

    Die EXTRALIFE wird durch die Agentur promedici / Senden (NRW) für Novartis erstellt. Daher bitte ich um korrekte Darstellung!

    • Von > Heiko Pröger
      am 12.01.16 um 21:01

      Hallo Frau Leeners, Sie haben Recht, ich meinte die Website, nicht die Extralife. Das ist natürlich Ihr Projekt. Ich habe die Darstellung nun korrigiert. Viele Grüße – Heiko Pröger

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